Gemeinschaftspraxis
Dr. med. Malte Vieregge
Dr. med. Sebastian Vieregge

Tauchmedizin

Allgemeines zur Tauchmedizin

Die Tauchmedizin ist ein Teilgebiet der Arbeitsmedizin und der Sportmedizin. Sie befasst sich mit den medizinischen Problemen des Tauchens, der Vorbeugung und Behandlung von Tauchunfällen sowie der Tauchtauglichkeit.

Die Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin e.V. gibt die „Weiterbildungs-Richtlinien für tauch- und hyperbarmedizinische Qualifikationen von Ärzten“ heraus. Ärzte, die sich diese Zusatzqualifikation nach den Richtlinien der GTÜM e.V. erwerben, dürfen sich „Taucharzt“ nennen.

Ein besonderes gesundheitliches Risiko ergibt sich aus der Tatsache, dass Taucher unter erhöhtem Druck mit Atemgasen versorgt werden müssen. Dabei gehen auch erhöhte Gasmengen im Blut und Gewebe in Lösung und müssen beim Auftauchen, in der Dekompression, weitgehend wieder abgeatmet werden. Andernfalls bilden sich in Blut und Gewebe Gasblasen, die zu Gasembolien führen können und somit eine Dekompressionskrankheit verursachen.

Im Zusammenhang mit der Atmung unter erhöhtem Druck stehen auch die Fragen um die toxischen und narkotischen Wirkungen der Gase unter erhöhtem Partialdruck, z. B. der sogenannte Tiefenrausch durch Stickstoff und das Risiko eines Krampfanfalls durch akute Sauerstoffvergiftung des Hirns bei tiefen Tauchgängen mit unangepasstem Atemgas. Dementsprechend befasst sich die Tauchmedizin auch mit Gasgemischen für den Einsatz in unterschiedlichen Tiefen und für unterschiedliche Dauer der Tauchgänge bis hin zu einer Dauerversorgung von Unterwasserhäusern mit Atemgasgemischen, die Anteile des rasch diffundierenden

Die Tauchtauglichkeitsuntersuchung

Eine Tauchtauglichkeitsuntersuchung ist eine notwendige und sinnvolle ärztliche Untersuchung, um den Tauchsport ausüben zu dürfen. Eine gesetzliche Grundlage dafür gibt es für den Tauchsport nicht, wohl für Berufstaucher (z. B. Feuerwehrtaucher, Rettungstaucher) und Überdruckarbeiter. Diese müssen einmal im Jahr oder nach langer Krankheit auf ihre Tauchtauglichkeit untersucht werden (Berufsgenossenschaftlicher Grundsatz G 31: körperliche Untersuchung, Lungenfunktion, EKG, Belastungsekg, Sehtest, kleines Labor).

Die meisten Tauchbasen in aller Welt verlangen von ihren Tauchgästen eine ärztliche Untersuchung als vorbeugende Maßnahme zur Verhinderung von Tauchunfällen. Doch auch die Versicherungen der Tauchbasen verlangen die Untersuchung, ebenso wie viele Reiseveranstalter, für Haftungsausschlüsse. In vielen Ländern, z. B. in Ägypten am Roten Meer, ist es auch möglich, sich gegen eine kleine Gebühr vor Ort ärztlich untersuchen und sich so die „Tauglichkeit zum Tauchen“ bestätigen zu lassen. Ein Teil der nach PADI-Richtlinien arbeitetnden Tauchbasen verzichten auf eine Tauchtauglichkeitsuntersuchung und lassen sich vom Taucher durch eine Erklärung die Gesundheit bestätigen. Damit geht das Haftungs-Risiko auf den Taucher über. Abgesehen davon, dass eine Selbsteinschätzung trügerisch sein kann, können Versicherungen im Falle eines Unfalls die Behandlungskosten (Druckkammerbehandlung ist ohnehin kein Bestandteil der Krankenversicherungen) zurückweisen oder rückfordern oder z. B. eine Lebensversicherung nicht auszahlen.

Die Untersuchung besteht im Wesentlichen aus drei Punkten:
Prüfung von Herz und Kreislauf, Blutdruck.
Untersuchung von Lunge, Lungenvolumen und Atemwegen.
Untersuchung der Ohren und der Nebenhöhlen. Sind diese nicht frei von Verstopfungen oder gar entzündet, kann es zu Barotraumen kommen!
komplette körperliche Untersuchung, da viele kleine „Nebenbefunde“ das Tauchen beeinflussen oder riskant machen kann.

Bei starkem Übergewicht kann die Tauchtauglichkeit ebenfalls eingeschränkt oder gar nicht gegeben sein.

Aus- und Weiterbildung

Da in Deutschland die Facharztanerkennung zum Arzt für Tauch- und Überdruckmedizin fehlt, kann juristisch gesehen jeder Arzt, also auch der
Hausarzt, die Tauchtauglichkeit bescheinigen. Allerdings muss sich ein Taucher darüber im Klaren sein, dass ein spezialisierter Arzt in einem
solch speziellen Gebiet, qualifiziertere Aussagen treffen kann, als ein Arzt, der vom Tauchen und von Tauchmedizin keine oder wenig Ahnung
hat. Die Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin hat Richtlinien für eine umfassende tauchmedizinische Untersuchung veröffentlicht.

Finden sich Befunde, die zu einer Tauchuntauglichkeit führen, kann durch eine entsprechende Behandlung in den meisten Fällen die Tauch-
tauglichkeit wieder hergestellt werden. Z.B. Therapie des Leistenbruchs durch kleinen operativen Verschluss oder medikamentöse Einstellung
eines Bluthochdruckes.

Je nach Tauchorganisation gibt es individuelle Fristen, in welchen Abständen eine erneute Untersuchung nötig ist. Im Allgemeinen gilt für Sport-
taucher: Die Tauchtauglichkeit wird vom Arzt mit einem einfachen Attest bestätigt. Die Untersuchung sollte nicht länger als zwei Jahre (VDST)
oder drei Jahre (GTUEM) zurückliegen. Ältere Taucher ab 40 Jahren und jüngere bis 18 sollten einmal jährlich die Untersuchung durchführen
lassen.
Die Tauchmedizin beschäftigt sich mit den Effekten auf den menschlichen Körper durch den Aufenthalt im Wasser und unter Wasser. Von
Bedeutung sind hierbei die Einwirkungen der Immersion (= Eintauchen des Körpers in eine Flüssigkeit), die Einwirkung des erhöhten Um-
gebungsdruck auf Körper und Tauchausrüstung und die Wirkung der Atemgase unter erhöhten Druckbedingungen.

Durch den Aufenthalt in einer neuen Umgebung, die uns zunächst einmal unbekannt ist, kommt auch der fremden maritimen Flora und Fauna
eine wichtige Bedeutung zu. Da viel in fremden und fernen Ländern getaucht wird, haben auch reisemedizinische Aspekte einen großen Einfluss
auf die Tätigkeit eines Tauchmediziners. Erinnert werden soll hierbei an die wichtige Rolle der Malariaprophylaxe, der Vorbeugung vor Infektions-
krankheiten durch geeignete Maßnahmen und die Aufrechterhaltung eines ausreichenden und angepassten Impfstatus.
Zusammenfassend befasst sich die Tauchmedizin mit der Vorbeugung, Diagnose und Therapie von Gefahren, die im Wasser, am Wasser und
unter Wasser entstehen können.
Quelle Wikipedia